DEKRA-geprüfter Bausachverständiger für Schweinfurt
Baubegleitung & Qualitätssicherung 18.03.2026 · Jörg Aichinger
Rohbauabnahme: Worauf es ankommt

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Rohbauabnahme prüft Maßhaltigkeit, Ebenheit, Lotrecht und korrekte Bewehrung aller tragenden Bauteile
  • Mängel im Rohbau lassen sich nach dem Innenausbau nur mit erheblichem Aufwand und hohen Kosten beheben
  • Die Abdichtung gegen Feuchtigkeit muss vor dem Verfüllen der Baugrube kontrolliert werden
  • Schweinfurts Gipskeuper-Böden erfordern besondere Aufmerksamkeit bei der Fundamentprüfung
  • Ein unabhängiger Sachverständiger erkennt Abweichungen von der Baugenehmigung und den Statikplänen frühzeitig

Die Rohbauabnahme markiert den Punkt, an dem Tragwerk und Rohbau fertiggestellt sind und der Innenausbau beginnt. Für Bauherren ist diese Phase besonders kritisch: Was jetzt nicht geprüft wird, verschwindet hinter Putz, Estrich und Verkleidungen. Ein Sachverständiger für Schweinfurt und die Region Unterfranken kontrolliert systematisch, ob die ausgeführten Arbeiten den Plänen, den statischen Vorgaben und den anerkannten Regeln der Technik entsprechen.

Was wird bei der Rohbauabnahme geprüft?

Bei der Rohbauabnahme werden alle tragenden und aussteifenden Bauteile auf korrekte Ausführung kontrolliert. Dazu gehören Fundamente, Kellerwände, Geschossdecken, tragende Innenwände und das Dachtragwerk.

Der Sachverständige prüft zunächst die Maßhaltigkeit. Stimmen die Wandstärken mit den Statikplänen überein? Sind die Geschosshöhen korrekt? Liegen die Fenster- und Türöffnungen an den richtigen Positionen und in den richtigen Abmessungen? Abweichungen von wenigen Zentimetern können dazu führen, dass Fenster nicht passen, Treppen nicht eingebaut werden können oder die Statik nicht mehr stimmt.

Daneben wird die Ebenheit und Lotrecht der Wände kontrolliert. Die DIN 18202 gibt die Toleranzen vor: Bei einer Wandhöhe von 2,50 Metern sind maximal 8 Millimeter Abweichung von der Lotrechten zulässig. Bei der Ebenheit der Wandfläche liegt die Toleranz bei 5 Millimetern auf einem Meter Messlänge. Werden diese Werte überschritten, hat der Bauherr einen dokumentierten Mangel, den der Unternehmer nachbessern muss.

Die Kontrolle der Bewehrung ist ein weiterer zentraler Punkt. Bei Stahlbetonbauteilen wie Decken, Stürzen und Ringankern muss die Bewehrung vor dem Betonieren geprüft werden. Der Sachverständige kontrolliert Durchmesser, Abstand und Lage der Bewehrungseisen sowie die Betondeckung, also den Abstand zwischen Stahl und Betonoberfläche. Eine zu geringe Betondeckung führt langfristig zu Korrosion der Bewehrung und gefährdet die Tragfähigkeit des Bauteils.

Warum ist die Rohbauphase so entscheidend?

Die Rohbauphase ist deshalb so wichtig, weil die meisten Bauteile nach dem Innenausbau nicht mehr zugänglich sind. Kellerwände werden von außen verfüllt und von innen gedämmt. Decken werden abgehängt oder verputzt. Bewehrungsfehler verschwinden unwiderruflich im Beton.

Wird ein Mangel erst nach dem Innenausbau entdeckt, steigen die Kosten für die Behebung erheblich. Ein fehlerhafter Ringbalken, der vor dem Betonieren korrigiert werden könnte, erfordert nach dem Ausbau den Rückbau von Putz, Dämmung und gegebenenfalls tragenden Bauteilen. In vielen Fällen ist eine Nachbesserung dann wirtschaftlich kaum noch vertretbar.

Ein sachverständiger Blick auf den Rohbau sichert deshalb die Qualität und schützt vor teuren Folgeschäden. Mehr über die systematische Qualitätsprüfung während des Baus erfahren Sie auf unserer Seite zur Baubegleitung für Schweinfurt.

Welche Abdichtungen müssen vor dem Verfüllen geprüft werden?

Die Abdichtung erdberührter Bauteile gehört zu den häufigsten Schadensschwerpunkten im Neubau. Fehler an dieser Stelle führen zu feuchten Kellern, Schimmelbildung und dauerhaften Bauschäden.

Geprüft wird die Abdichtung der Bodenplatte, der Kellerwände und der Übergänge zwischen den Bauteilen. Der Sachverständige kontrolliert, ob die Abdichtungsbahnen vollflächig verklebt sind, ob die Nähte dicht verschweißt wurden und ob die Anschlüsse an Durchdringungen wie Rohre, Kabel und Fenster fachgerecht ausgeführt sind.

Besonders wichtig ist der Übergang zwischen horizontaler und vertikaler Abdichtung, die sogenannte Hohlkehle. Hier treffen Bodenplatte und Kellerwand aufeinander, und genau an dieser Stelle treten die meisten Undichtigkeiten auf. Die Hohlkehle muss fachgerecht ausgeführt und die Abdichtung unterbrechungsfrei hochgeführt werden.

Die Kontrolle muss zwingend vor dem Verfüllen der Baugrube stattfinden. Ist die Erde erst wieder angefüllt, lässt sich die Abdichtung nur noch durch kostenintensives Freilegen der Kellerwände prüfen. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zur Beweissicherung.

Haben Sie Fragen zur Abdichtung oder zum Feuchteschutz Ihres Neubaus? Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Gespräch.

Welche Rolle spielt der Baugrund in Schweinfurt?

Der Baugrund hat direkten Einfluss auf die Fundamentierung und damit auf die Prüfpunkte bei der Rohbauabnahme. Die Gipskeuper-Böden, die in weiten Teilen des Schweinfurter Beckens und der umliegenden Hänge anstehen, stellen eine besondere Herausforderung dar. Dieser tonreiche Untergrund quillt bei Nässe auf und schrumpft bei Trockenheit, was zu erheblichen Bodenbewegungen führt. Zusätzlich löst sich der im Boden enthaltene Gips bei Wasserzutritt, was Hohlräume und Setzungen verursachen kann.

Bei der Rohbauabnahme prüft der Sachverständige deshalb, ob die Fundamentierung den Vorgaben des Bodengutachtens entspricht. Wurden die Fundamentbreiten und -tiefen eingehalten? Stimmt die Frosttiefe? Wurden die im Bodengutachten empfohlenen Maßnahmen umgesetzt, etwa eine Drainage oder eine verstärkte Abdichtung?

In der Main-Aue, die sich durch das Stadtgebiet zieht, kommt der hohe Grundwasserspiegel als zusätzlicher Faktor hinzu. Hier muss die Abdichtung gegen drückendes Wasser besonders sorgfältig geprüft werden. Ein fehlerhafter Anschluss kann dazu führen, dass der Keller bei steigendem Grundwasser volläuft. Informationen zu diesem Thema finden Sie auf unserer Seite zu Wasserschäden.

Typische Fehler, die bei der Rohbauabnahme auffallen

Aus der Praxis der Baubegleitung lassen sich typische Fehlerquellen benennen, die regelmäßig auffallen.

Falsche Ringanker und Bewehrung: Die Bewehrung von Ringankern und Stürzen wird nicht gemäß Statikplan ausgeführt. Fehlende Bügel, zu große Abstände oder falsche Durchmesser sind häufige Befunde.

Fehlende oder fehlerhafte Abdichtung: Die Abdichtung der Bodenplatte wird beschädigt, nicht vollflächig verklebt oder an den Anschlüssen nicht sauber hochgeführt. In Schweinfurt ist das angesichts der Gipskeuper-Böden und der Main-Nähe besonders folgenreich.

Maßabweichungen bei Öffnungen: Fenster- und Türöffnungen weichen von den Plänen ab. Das führt zu Problemen beim Einbau und zu Wärmebrücken, wenn die Anschlüsse nicht sauber ausgeführt werden können.

Mangelhafter Mörtel: Stoß- und Lagerfugen im Mauerwerk werden nicht vollständig gefüllt, was die Tragfähigkeit und den Schallschutz beeinträchtigt.

Fehlende Durchbrüche: Aussparungen für Sanitär-, Elektro- und Lüftungsinstallationen werden vergessen und müssen nachträglich gestemmt werden, was die Statik gefährden kann.

Eine systematische Bauschaden-Bewertung hilft, solche Mängel frühzeitig zu dokumentieren und gegenüber dem Bauunternehmen durchzusetzen.

Wann sollte die Rohbauabnahme stattfinden?

Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend. Die Rohbauabnahme sollte stattfinden, wenn das Tragwerk einschließlich Dachkonstruktion fertiggestellt ist, aber bevor der Innenausbau beginnt. Konkret bedeutet das: nach dem Betonieren der letzten Decke und dem Aufstellen des Dachstuhls, aber vor dem Verputzen, Dämmen und Verfüllen.

Für die Bewehrungskontrolle muss der Termin noch früher liegen, nämlich vor dem Betonieren der jeweiligen Bauteile. Bei einem Einfamilienhaus sind das in der Regel zwei bis drei Termine: vor dem Betonieren der Bodenplatte, vor dem Betonieren der Geschossdecke und bei der eigentlichen Rohbauabnahme.

Der Bauherr sollte den Sachverständigen rechtzeitig beauftragen, damit diese Termine in den Bauablauf eingeplant werden können. Ein Anruf zwei Tage vor dem Betonieren ist oft zu spät, weil der Sachverständige dann möglicherweise nicht verfügbar ist und die Bewehrung bereits eingeschalt wurde.

Besonderheiten bei Neubauten in Schweinfurt

Wer in Schweinfurt baut, muss die klimatischen und geologischen Bedingungen der Region berücksichtigen. Unterfranken ist das wärmste und trockenste Gebiet Bayerns. Die Sommerhitze belastet Baustoffe, beschleunigt den Trocknungsprozess von Beton und kann bei zu schnellem Austrocknen zu Rissen führen. Der Sachverständige achtet bei der Rohbauabnahme im Sommer deshalb besonders auf Nachbehandlungsmaßnahmen bei frischen Betonbauteilen.

In den Neubaugebieten auf der Eselshöhe, dem jüngsten Stadtteil Schweinfurts (ab 1984), ist der Baugrund oft heterogen. Die Hanglagen erfordern sorgfältige Gründungsplanung. In der Haardt und anderen Wohngebieten der 1960er und 1970er Jahre, in denen gelegentlich Nachverdichtung stattfindet, müssen Bestandsbauten beim Ausheben der Baugrube berücksichtigt werden.

Diese regionalen Faktoren machen die unabhängige Rohbauabnahme durch einen DEKRA-zertifizierten Sachverständigen für Schweinfurt besonders sinnvoll.

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Häufige Fragen

Ist die Rohbauabnahme gesetzlich vorgeschrieben?

Die Bayerische Bauordnung schreibt keine separate Rohbauabnahme durch die Bauaufsicht vor. Es handelt sich um eine freiwillige Qualitätssicherungsmaßnahme, die der Bauherr selbst veranlasst. Bei öffentlich geförderten Bauvorhaben kann sie jedoch vorgeschrieben sein.

Kann ich die Rohbauabnahme selbst durchführen?

Grundsätzlich ja. Ohne bautechnisches Fachwissen werden Sie jedoch viele Mängel nicht erkennen. Bewehrungsfehler, Abweichungen von der Statik oder fehlerhafte Abdichtungsanschlüsse sind für Laien kaum zu beurteilen.

Wie lange dauert eine Rohbauabnahme?

Bei einem Einfamilienhaus dauert die Begehung in der Regel zwei bis drei Stunden. Die anschließende Dokumentation mit Fotos und Mängelliste nimmt etwa den gleichen Zeitraum in Anspruch.

Was passiert, wenn bei der Rohbauabnahme Mängel gefunden werden?

Der Sachverständige dokumentiert alle Mängel schriftlich und mit Fotos. Der Bauherr kann dann die Mängelbeseitigung gegenüber dem Bauunternehmen einfordern. Solange wesentliche Mängel nicht beseitigt sind, sollte der Bauherr die Freigabe für den Innenausbau verweigern.

Warum sind die Gipskeuper-Böden in Schweinfurt ein Risiko für Fundamente?

Gipskeuper enthält quellfähige Tonminerale und wasserlöslichen Gips. Bei Nässe quillt der Boden auf, bei Trockenheit schrumpft er. Das verursacht Bodenbewegungen, die Fundamente belasten und zu Setzungsrissen führen können. Ein Bodengutachten vor Baubeginn ist deshalb dringend empfehlenswert.

Wer trägt die Kosten für den Sachverständigen bei der Rohbauabnahme?

Die Kosten trägt der Bauherr. Informationen zu den üblichen Kostenrahmen finden Sie auf unserer Kostenseite.

Muss der Bauunternehmer bei der Rohbauabnahme anwesend sein?

Es ist empfehlenswert, dass der Bauleiter oder Polier des Unternehmens anwesend ist. So können Fragen direkt geklärt und Mängel sofort besprochen werden. Eine rechtliche Pflicht zur Teilnahme besteht jedoch nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Rohbauabnahme und Bauabnahme?

Die Rohbauabnahme findet während der Bauphase statt und prüft das Tragwerk. Die Bauabnahme erfolgt nach Fertigstellung des gesamten Gebäudes und ist die formelle Abnahme des Werkes durch den Bauherrn. Mehr dazu auf unserer Seite zur Bauabnahme.

Sie planen einen Neubau in Schweinfurt oder Umgebung und möchten die Rohbauabnahme durch einen unabhängigen Sachverständigen absichern? Rufen Sie uns an unter 0921 163 932 51 oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

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