DEKRA-geprüfter Bausachverständiger für Schweinfurt

Auf einen Blick

Leistung
Bauthermografie
Dauer
2–3 Stunden
Umfang
Infrarot-Analyse der Gebäudehülle
Termin
Oktober–März (Heizperiode)

Die Bauthermografie gehört zu den wirksamsten Methoden, um energetische Schwachstellen an Gebäuden sichtbar zu machen. Mit einer hochauflösenden Infrarotkamera werden Oberflächentemperaturen erfasst und als farbcodierte Wärmebilder dargestellt. So lassen sich Wärmebrücken, undichte Stellen und Dämmdefizite zerstörungsfrei aufspüren. Gerade für Schweinfurt mit seinem großen Bestand an Nachkriegsbauten und den ehemaligen Konversionsflächen der US-Armee ist die Bauthermografie ein unverzichtbares Werkzeug – sowohl für Eigentümer als auch für Kaufinteressenten. Als DEKRA-zertifizierter Bausachverständiger mit Sitz in Bayreuth biete ich professionelle Thermografie-Untersuchungen für Schweinfurt und die gesamte Region Unterfranken an.

Was ist Bauthermografie und wie funktioniert sie?

Bei der Bauthermografie wird die Wärmestrahlung der Gebäudeoberfläche mit einer Infrarotkamera aufgenommen. Jedes Objekt gibt abhängig von seiner Temperatur Infrarotstrahlung ab, die für das menschliche Auge unsichtbar ist. Die Kamera wandelt diese Strahlung in ein sichtbares Thermogramm um: Warme Bereiche erscheinen in Rot- und Gelbtönen, kalte Bereiche in Blau und Violett. Auf diese Weise werden Temperaturunterschiede an der Gebäudehülle sichtbar, die auf energetische Schwachstellen hinweisen.

Wann sollte eine Bauthermografie durchgeführt werden?

Die aussagekräftigsten Ergebnisse liefert eine Bauthermografie während der Heizperiode, idealerweise zwischen November und März. Voraussetzung ist eine Temperaturdifferenz von mindestens 10 bis 15 Grad Celsius zwischen Innen- und Außentemperatur. Direkte Sonneneinstrahlung, starker Wind oder Niederschlag können die Messergebnisse verfälschen. Daher werden Außenthermografien bevorzugt in den frühen Morgenstunden oder abends nach Sonnenuntergang durchgeführt.

Für Schweinfurt mit durchschnittlichen Wintertemperaturen um den Gefrierpunkt sind die Monate Dezember bis Februar besonders geeignet. Die kontinentale Lage im Schweinfurter Becken begünstigt klare, kalte Winternächte – das sind optimale Bedingungen für Thermografie-Aufnahmen mit hoher Aussagekraft.

Was kann eine Bauthermografie aufdecken?

Eine professionelle Bauthermografie macht zahlreiche Schwachstellen an der Gebäudehülle sichtbar:

  • Wärmebrücken an Balkonen, Fensterstürzen, Rollladenkästen und Geschossdecken
  • Fehlende oder beschädigte Dämmung in Wänden, Dächern und Kellerdecken
  • Luftundichtigkeiten an Fenster- und Türanschlüssen, Durchdringungen und Fugen
  • Durchfeuchtungen in Wänden und Decken, die auf Leckagen oder aufsteigende Feuchtigkeit hinweisen
  • Heizkörpernischen mit reduzierter Wandstärke und erhöhtem Wärmeverlust
  • Konstruktive Kältebrücken wie Stahlträger oder Betonkonsolen, die Wärme nach außen leiten

Viele dieser Schwachstellen bleiben bei einer rein visuellen Begehung unentdeckt, da sie von Putz, Tapeten oder Verkleidungen verborgen werden. Die Thermografie macht sie ohne Eingriff in die Bausubstanz sichtbar.

Typische Wärmebrücken an Schweinfurter Gebäuden

Der Schweinfurter Gebäudebestand ist stark durch die Geschichte der Stadt geprägt. Die schweren Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg – Schweinfurt wurde insgesamt 22-mal aus der Luft angegriffen – zerstörten rund 50 Prozent des Wohnraums. Der anschließende Wiederaufbau in den 1950er und 1960er Jahren erfolgte unter enormem Zeitdruck und mit den damals verfügbaren Baumaterialien. Diese Nachkriegsbauten weisen typische energetische Schwachstellen auf, die sich mit der Bauthermografie besonders gut identifizieren lassen.

Nachkriegsbauten der 1950er und 1960er Jahre

Ein Großteil der Wohngebäude für Schweinfurt stammt aus der Nachkriegszeit. Typische Probleme, die bei der Thermografie immer wieder zutage treten, sind:

  • Einschalige Ziegelmauerwerke ohne Wärmedämmung mit U-Werten von 1,2 bis 1,8 W/(m²·K) – moderne Standards fordern Werte unter 0,24 W/(m²·K)
  • Ungedämmte Stahlbetondecken und Ringanker, die als durchgehende Wärmebrücken vom beheizten Innenraum nach außen wirken
  • Fensteranschlüsse ohne thermische Trennung, an denen die Thermografie deutliche Wärmeverluste zeigt
  • Flachdächer mit unzureichender oder im Laufe der Jahrzehnte durchnässter Dämmung

Praxisbeispiel: Ein Eigentümer eines Mehrfamilienhauses im Stadtteil Bergl beauftragte eine Bauthermografie, weil einzelne Wohnungen trotz laufender Heizung nicht warm wurden. Die Infrarotaufnahmen zeigten massive Wärmebrücken an den auskragenden Stahlbetonbalkonen und eine vollständig fehlende Dämmung an der Nordfassade. Besonders auffällig war ein durchgehender Wärmeverlust entlang der Geschossdecken, der auf ungedämmte Ringanker zurückzuführen war. Auf Basis der Thermografie-Ergebnisse konnte eine gezielte und wirtschaftliche Sanierung geplant werden, die den Heizenergieverbrauch deutlich reduzierte.

Ehemalige US-Konversionsflächen

Die Konversion der ehemaligen US-Militärflächen – darunter Conn Barracks, Ledward Barracks, Askren Manor und Yorktown Village – hat für Schweinfurt große Entwicklungsflächen geschaffen. Die dortigen Gebäude wurden nach amerikanischen Baustandards errichtet und weisen zum Teil andere Konstruktionsmerkmale auf als deutsche Nachkriegsbauten. Vor dem Kauf oder der Umnutzung solcher Gebäude liefert eine Bauthermografie wertvolle Erkenntnisse über den tatsächlichen energetischen Zustand der Bausubstanz.

Praxisbeispiel: Bei der Untersuchung eines Wohngebäudes auf dem Gelände der ehemaligen Askren Manor zeigte die Thermografie großflächige Wärmeverluste im Dachbereich. Die amerikanische Leichtbauweise mit Holzständerwänden hatte nach Jahrzehnten ohne regelmäßige Instandhaltung erhebliche Dämmdefizite entwickelt. Hinzu kamen undichte Fensteranschlüsse, die auf dem Thermogramm als leuchtend rote Streifen deutlich sichtbar waren. Die Thermografie-Untersuchung bewahrte den Kaufinteressenten vor unerwarteten Sanierungskosten und ermöglichte eine realistische Kalkulation des Gesamtinvestments.

Geologie und Feuchtigkeit – Besonderheiten für Schweinfurt

Die geologischen Verhältnisse im Schweinfurter Becken haben direkten Einfluss auf die Bausubstanz und machen die Bauthermografie zu einem besonders wertvollen Diagnoseinstrument. Die Geologie im Stadtgebiet reicht vom Oberen Muschelkalk über den tonig-mergeligen Lettenkeuper bis zum Gipskeuper. Besonders der Gipskeuper ist für seine quellfähigen Tonminerale bekannt, die bei Wasseraufnahme ihr Volumen verändern und zu Setzungsschäden an Gebäuden führen können. Risse im Mauerwerk, die durch solche Bodenbewegungen entstehen, lassen kalte Außenluft eindringen – auf dem Thermogramm werden sie als feine, kalte Linien sichtbar.

Die Bauthermografie kann zudem Durchfeuchtungen im Mauerwerk sichtbar machen, die auf aufsteigende Feuchtigkeit oder mangelnde Horizontalsperren zurückzuführen sind. Feuchte Wandbereiche erscheinen auf dem Thermogramm als kältere Zonen, da die Verdunstung von Wasser der Umgebung Wärme entzieht. Dieses physikalische Prinzip macht die Thermografie zu einem zuverlässigen Werkzeug für die Feuchtigkeitsdiagnostik.

Praxisbeispiel: Bei einem Altbau in der Altstadt/Innenstadt nahe dem Main zeigte die Thermografie auffällig kalte Bereiche an den Erdgeschosswänden. Die Auswertung ergab, dass aufsteigende Feuchtigkeit durch eine defekte Horizontalsperre bis in eine Höhe von knapp einem Meter ins Mauerwerk eingedrungen war. Die Kombination aus Thermografie und ergänzender Feuchtemessung ermöglichte eine präzise Diagnose und eine gezielte Sanierungsempfehlung, ohne dass großflächig Putz abgeschlagen werden musste.

Auch die Mainlage bringt besondere Herausforderungen mit sich. Obwohl die Schweinfurter Innenstadt auf einem Sockel etwa 10 bis 15 Meter über dem Wasserspiegel des Mains liegt, können Gebäude in Flussnähe durch hohe Grundwasserstände und Kapillarfeuchtigkeit betroffen sein. Eine regelmäßige Thermografie-Kontrolle ist hier besonders empfehlenswert, um Feuchteschäden frühzeitig zu erkennen, bevor sie sichtbare Schäden an der Oberfläche verursachen.

Bauthermografie als Teil der Kaufberatung für Schweinfurt

Wer eine Immobilie für Schweinfurt kaufen möchte, sollte den energetischen Zustand des Gebäudes genau kennen. Die Bauthermografie liefert dabei Informationen, die weder der Energieausweis noch eine reine Sichtprüfung bieten können. Während der Energieausweis nur rechnerische oder verbrauchsbasierte Kennwerte ausweist, zeigt die Thermografie die tatsächlichen Schwachstellen an der Gebäudehülle – und zwar genau dort, wo sie auftreten.

Im Rahmen einer umfassenden Kaufberatung kombiniere ich die Bauthermografie mit einer visuellen Begutachtung der gesamten Bausubstanz und gezielten Feuchtemessungen. So erhalten Kaufinteressenten ein vollständiges Bild des Gebäudezustands und können Sanierungskosten realistisch einschätzen, bevor sie sich vertraglich binden.

Praxisbeispiel: Ein Paar interessierte sich für ein freistehendes Einfamilienhaus aus den 1970er Jahren im Stadtteil Gartenstadt. Der Verkäufer hatte die Fassade frisch streichen lassen, was optisch einen gepflegten Eindruck machte. Die Thermografie-Aufnahmen offenbarten jedoch erhebliche Wärmeverluste an den Fensteranschlüssen und eine lückenhafte Kerndämmung im zweischaligen Mauerwerk. Einzelne Bereiche wiesen Oberflächentemperaturen auf, die fast dem Niveau der Außenluft entsprachen. Mit diesen Erkenntnissen konnten die Kaufinteressenten die tatsächlichen Sanierungskosten beziffern und in die Preisverhandlung einbeziehen. Eine detaillierte Übersicht zu Untersuchungsumfang und Kosten finden Sie auf der entsprechenden Seite.

Ablauf einer Bauthermografie-Untersuchung für Schweinfurt

Eine professionelle Bauthermografie folgt einem strukturierten Ablauf, um aussagekräftige und reproduzierbare Ergebnisse zu gewährleisten. Im Folgenden erfahren Sie, wie eine typische Untersuchung abläuft.

Vorbereitung und Rahmenbedingungen

Vor der eigentlichen Messung werden die Rahmenbedingungen sorgfältig geprüft: Außentemperatur, Windverhältnisse, Bewölkung und eventuelle Sonneneinstrahlung der vorangegangenen Stunden. Das Gebäude sollte mindestens 12 Stunden vor der Messung gleichmäßig beheizt werden, damit sich ein stabiles Temperaturprofil einstellt. Möbelstücke und Vorhänge an den Außenwänden sollten entfernt oder beiseite geschoben werden, damit die Wandoberflächen ungehindert Wärme abstrahlen können.

Durchführung der Messungen

Die Thermografie-Aufnahmen werden systematisch an allen Fassadenseiten des Gebäudes erstellt. Jede Fassade wird in mehreren Aufnahmen dokumentiert, wobei sowohl Übersichtsbilder als auch Detailaufnahmen kritischer Bereiche angefertigt werden. Ergänzend erfolgen Innenaufnahmen an neuralgischen Punkten wie Fensteranschlüssen, Raumecken, Deckenübergängen und Anschlüssen zu unbeheizten Räumen. Bei Bedarf wird zusätzlich ein Blower-Door-Test durchgeführt, um Luftundichtigkeiten unter kontrolliertem Unterdruck sichtbar zu machen – die Kombination beider Verfahren liefert besonders aussagekräftige Ergebnisse.

Auswertung und Thermografie-Bericht

Die Thermogramme werden im Anschluss fachkundig ausgewertet und in einem detaillierten Bericht zusammengefasst. Für jede identifizierte Schwachstelle erhalten Sie eine Beschreibung des Problems, eine Bewertung der energetischen Relevanz und konkrete Handlungsempfehlungen mit Priorisierung. Der Bericht bildet die Grundlage für eine wirtschaftliche Sanierungsplanung und kann auch gegenüber Handwerkern, Energieberatern und Architekten als Referenz herangezogen werden.

Ihr DEKRA-zertifizierter Bausachverständiger für Bauthermografie

Als DEKRA-zertifizierter Bausachverständiger mit Sitz in Bayreuth biete ich unabhängige und herstellerneutrale Bauthermografie-Untersuchungen für Schweinfurt und die gesamte Region Unterfranken an. Ich bin weder an Makler noch an Baufirmen gebunden und arbeite ausschließlich im Interesse meiner Auftraggeber. Diese Unabhängigkeit garantiert, dass Sie eine objektive Bewertung Ihrer Immobilie erhalten – ohne versteckte Verkaufsinteressen.

Meine Qualifikation umfasst die Thermografie nach DIN EN 13187 sowie langjährige Erfahrung mit den typischen Bauweisen und Schadensbildern im fränkischen Raum. Vom Nachkriegsbau im Stadtteil Musikerviertel bis zum sanierten Altbau nahe dem Alten Rathaus – ich kenne die Besonderheiten der Schweinfurter Bausubstanz und weiß, worauf es bei der thermografischen Untersuchung ankommt.

Kontaktieren Sie mich für ein unverbindliches Beratungsgespräch. Gemeinsam klären wir, welche Thermografie-Untersuchung für Ihre Immobilie sinnvoll ist und welchen Umfang die Untersuchung haben sollte.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Bauthermografie für Schweinfurt?

Die Bauthermografie sollte während der Heizperiode zwischen November und März durchgeführt werden, wenn eine ausreichende Temperaturdifferenz zwischen innen und außen besteht. Das Schweinfurter Becken mit seinen kalten Winternächten bietet dafür besonders günstige Bedingungen. Idealerweise erfolgt die Außenthermografie bei bedecktem Himmel oder nach Sonnenuntergang, um Verfälschungen durch Sonneneinstrahlung zu vermeiden.

Welche Gebäude für Schweinfurt profitieren besonders von einer Bauthermografie?

Nachkriegsbauten der 1950er und 1960er Jahre, wie sie im Schweinfurter Stadtgebiet besonders häufig anzutreffen sind, profitieren stark von einer Bauthermografie. Auch die ehemaligen US-Militärgebäude auf den Konversionsflächen weisen typische Schwachstellen auf. Grundsätzlich ist eine Thermografie bei jedem Gebäude sinnvoll, bei dem der energetische Zustand unklar ist oder eine Sanierung geplant wird.

Kann die Bauthermografie Feuchteschäden erkennen?

Ja, die Bauthermografie macht Durchfeuchtungen im Mauerwerk sichtbar, da feuchte Bereiche durch Verdunstungskälte niedrigere Oberflächentemperaturen aufweisen. Dies ist besonders relevant für Gebäude auf dem geologisch anspruchsvollen Untergrund des Schweinfurter Beckens mit seinen quellfähigen Keuperschichten. Für eine genaue Diagnose wird die Thermografie mit einer Feuchtemessung kombiniert.

Brauche ich eine Bauthermografie beim Hauskauf für Schweinfurt?

Eine Bauthermografie beim Hauskauf ist eine sinnvolle Investition, die vor teuren Überraschungen schützt. Besonders bei Schweinfurter Nachkriegsbauten und ehemaligen Konversionsgebäuden liefert sie wichtige Informationen über den energetischen Zustand, die weder der Energieausweis noch eine Sichtprüfung bieten können. Die Ergebnisse dienen zudem als fundierte Verhandlungsgrundlage gegenüber dem Verkäufer.

Wie läuft eine Bauthermografie-Untersuchung für Schweinfurt ab?

Nach der Terminvereinbarung prüfe ich zunächst die Wetterbedingungen und bitte Sie, das Gebäude mindestens 12 Stunden gleichmäßig zu beheizen. Die Aufnahmen erfolgen dann systematisch an allen Fassaden sowie an kritischen Innenbereichen. Im Anschluss erhalten Sie einen detaillierten Bericht mit Bewertung jeder Schwachstelle und konkreten Handlungsempfehlungen.

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